Spezielle Einweisungsindikationen für das Hochgebirge Drucken E-Mail
 

Nach dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnis ist die optimale Behandlung folgender Krankheitszustände nur im Hochgebirge möglich und Einweisungen vor allem dann berechtigt,
  • wenn aufgrund der bei den Kranken vorliegenden Sensibilisierungen davon auszugehen ist, dass eine ausreichende Allergenkarenz nur im Hochgebirgsklima zu erzielen ist und/oder die Diagnostik der allergischen Atemwegserkrankung (und der vor allem im Kindesalter häufig gleichzeitig bestehenden allergischen Hauterkrankung) unter Flachlandbedingungen durch drastischen Medikamentenbedarf (der im Hochgebirgsklima vermutlich reduziert werden kann) und nicht-kontrollierbaren Allergeneinstrom behindert wird (Differenzierung zwischen Extrinsic/Intrinsic Asthma),
  • wenn "Komplikationen" der bronchopulmonalen Grunderkrankung, wie z. B. die allergische bronchopulmonale Aspergillose bei allergischem Bronchialasthma oder zystischer Fibrose, aufgetreten sind,
  • wenn Eliminations- und Suchdiät bei Nahrungsmittelallergikern wegen polyvalenter Inhalationsallergie im Flachland behindert werden,
  • wenn die Notwendigkeit eingehender Funktions- und Provokationsdiagnostik ohne störende Einflüsse (In- und Outdoorpollution, Allergeneinstrom, Medikamente) besteht,
  • wenn häufige Exazerbation in der häuslichen Umgebung mit der Neigung zur Progredienz und Entwicklung einer Intrinsic Komponente erfolgen,
  • wenn verschiedene klinisch-stationäre und/oder auch rehabilitative (ambulante und stationäre) Massnahmen unter heimatlichen Bedingungen zu keiner nachhaltigen Beeinflussung der Atemwegserkrankung (und/oder Hauterkrankung) geführt haben,
  • wenn die obstruktive (asthmatische) Atemwegserkrankung trotz ständiger oder wechselnder zu hoher Corticoidmedikation unzureichend beeinflusst wird und Gefahr droht, dass der / die Kranke auf Dauer schwere Medikamenten-Nebenwirkungen entwickelt oder bereits entwickelt hat,
  • wenn wegen genereller oder spezifischer Medikamentenintoleranz das vorliegende obstruktive (oder nicht-obstruktive) Atemwegsleiden unter den besonders reizklimatischen Bedingungen des Hochgebirges diagnostiziert und behandelt werden kann,
  • wenn chronisch-eitrige Prozesse im Atemtrakt der Trockenheit und Keimarmut der Hochgebirgsluft bedürfen; zu diesen Indikationen sind die eitrige Rhino-Sinusitis, alle bronchial deformierenden Prozesse und die degenerativen Lungenerkrankungen wie Zysten- und Wabenlunge mit ihren meist ausgedehnten Sekundärinfektionen zu rechnen, und
  • wenn im Kleinkindes-, Kindes- und Jugendalter aufgrund der Schwere des bestehenden Atemwegs- bzw. Hautleidens mit nachhaltigen, irreversiblen Störungen der körperlichen Entwicklung und des Wachstums sowie mit psychosozialen Sekundärfolgen (Familie, Kindergarten, Schule, Beruf) zu rechnen ist.



Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 09. Januar 2011 um 07:40 Uhr