Die Deutsche Schule Davos Drucken E-Mail


 

Die Stiftung Hochgebirgsklinik Davos unterhält eine eigene Klinikschule, an der aus Deutschland delegierte Lehrkräfte verschiedener Schularten und Fächerkombinationen unterrichten. Die Auswahl der Lehrkräfte erfolgt nach bundesweiter Ausschreibung durch das Kultusministerium Baden-Württemberg. Träger der Schule ist die Stiftung Hochgebirgsklinik Davos. Die Schulaufsicht wird vom Staatlichen Schulamt Konstanz (Deutschland) wahrgenommen.
Die Deutsche Schule ist Teil eines multidisziplinären medizinischen und nichtmedizinischen Leistungsangebotes der in die Hochgebirgsklinik Davos integrierten Allergieklinik Davos,  Fachkrankenhaus und Rehabilitationsklinik für Kinder, Jugendliche und deren Begleitpersonen zur Behandlung von Kranhkheiten auf dem Gebiet der Pneumologie, Dermatologie und Allergologie.

Neben der Aufarbeitung des aktuellen Lernstoffes ist es oberstes Ziel der Klinikschule, dem Patienten und seinen Eltern Hilfen zur Selbsthilfe bei der Bewältigung einer oft erschwerten Schulsituation zu geben.

Das bedeutet:

  • Individueller Unterricht in Kleingruppen gemäß Stoffplan der Heimatschule in den Hauptfächern
  • Sonderpädagogischer Förderunterricht
  • Schüler-, Eltern- und Lehrerberatung (Fördervorschläge, Lernen lernen, Fragen der schulischen und beruflichen Ausbildung, Umgang mit schulischen Konflikten)

 

Das deutsche Schulsystem und die Deutsche Schule Davos

Die Empfehlungen der Kultus-Minister-Konferenz zum Unterricht von Schülern mit besonderem Förderbedarf machen deutlich, dass Organisationen, wie Krankenhausschulen, subsidiär den Regelschulen zuarbeiten. Regelschulen sind somit dazu verpflichtet, erkannte und erkennbare Defizite durch Fördermaßnahmen zu kompensieren.
Für den stationären Aufenthalt an der Allergieklink Davos zeigt unsere Erfahrung, dass dies am besten gelingt, wenn der von uns zu bearbeitende Lernstoff von den Klassen-/Fachlehrern gemeinsam mit dem Schüler erstellt wird und eindeutige Schwerpunkte in den Fächern, deren Inhalten und Methoden aufweist. Dabei sollte die Priorität der medizinischen Indikation des Aufenthaltes an der Allergieklinik (d.h. der Alltag wird weitgehend von medizinisch-therapeutischen Massnahmen bestimmt) berücksichtigt werden. Vorschläge zur Steigerung der Lern- und Methodenkompetenz versuchen wir gerne in unseren Unterricht aufzunehmen


Fach-UnterrichtSchulleitung


Im schulischen Aufnahmengespräch

werden gemeinsam die Schwerpunkte für den Schulunterricht festgelegt. Im Vordergrund wird dabei immer die Erfüllung des von der Heimatschule erstellten Stoffplanes stehen. Die Realisierung dieses Zieles, das Vorhandensein der entsprechenden Lehrmittel und das eventuelle Benötigen zusätzlicher Angaben wird besprochen. Der Förderbedarf in einzelnen Fächern, das Berücksichtigen individueller Lernstile und Lernbesonderheiten und unsere Möglichkeiten positiver Einflussnahme werden diskutiert.

Die Unterstufenschüler (Klasse 1-4)

bringen von ihrer Heimatschule ihre Bücher und Stoffpläne mit. Unterschiedlichste Lehr- und Lernwerke (insbesondere die des "Lesenlernens") erfordern eine stark individualisierte Unterrichtsmethode bei der jedoch das Gefühl des Lernens in der Gruppe aufrecht zu erhalten versucht wird. Die Schüler kommen fast immer gerne in unsere "etwas andere Art von Schule" und schaffen so in der Regel (sofern in der Heimatschule keine grösseren Probleme auftreten) - fast ohne Hausaufgaben - den für ihren während des Klinikaufenthalts zu bearbeitenden Stoffplan in den Hauptfächern.
Die Schüler und Schülerinnen lernen, den zu bearbeitenden Stoff in vernünftige, lerngerechte und verarbeitbare Abschnitte einzuteilen und unter unserer Anleitung abzuarbeiten. Ergänzende Wochenprojekte fördern sportliche, kreative und musische Fähigkeiten. Die Beschulung orientiert sich am Prinzip des Klassenlehrers.

Die Oberstufenschüler (Klasse 5-13)

erarbeiten fundamentale Kenntnisse des Stoffes in der Gruppe. Die Erarbeitung des spezifischen Stoffplanes findet jedoch meist in einem eins zu eins Verhältnis statt. Der Fachlehrer arbeitet mit jedem Schüler individuell die ihm von der Heimatschule mitgegebenen Stoffkomplexe bzw. Aufgabenstellungen durch und gibt darüber hinaus Ratschläge zu methodischen Herangehensweisen sowie Tipps und Tricks, um sich neu Vermitteltes schnell und lang anhaltend einzuprägen. Ein Mentor trägt die Verantwortung für die schulische Situation (Planerfüllung und schulische Akzeptanz).
Nicht selten passiert es dabei, dass die Jugendlichen sogar Spaß beim Arbeiten empfinden, da durch die individuelle Betreuung viele Lücken schneller erkannt und geschlossen werden können und sich Erfolgserlebnisse wesentlich häufiger einstellen. Und so ist es ein schönes Gefühl für jeden Schüler, wenn er schon nach wenigen Tagen befähigt wurde, beinahe selbständig und konzentriert an seine Arbeit zu gehen und Schritt für Schritt zu Lösungen zu finden. In den täglichen Studierzeiten kann und soll der Schüler seinen Lern- und Leistungsstand überprüfen. Auftretende Probleme werden im Unterricht thematisiert und in fakultativem Zusatzunterricht bearbeitet.

Im Abschlussgespräch

wird der gesamte Unterrichtsprozess während des Klinikaufenthaltes im Beisein der Eltern kurz zusammengefasst. Die Lehrkraft unterbreitet - ausgehend von den Erfahrungen der letzten Wochen - individuelle Lernstrategien und Möglichkeiten des selbst organisierten Lernens, die den Schüler befähigen sollen, weitgehend selbständig und kontinuierlich zu arbeiten.
Außerdem erhält jeder Schüler einen Abschlussbericht, in dem der bearbeitete Stoff, welcher zur Behandlung mitgegeben worden war, aufgelistet ist. Dadurch können die Lehrer der Heimatschule den aktuellen Lernstand nachvollziehen

Da Bildung eine öffentliche Angelegenheit ist,

muss in einer demokratischen Gesellschaft eine Bildungseinrichtung sich einer Überprüfung ihres Tun und ihres Leistungsvermögens stellen.
Dabei sind die fachlichen Leistungen, die Lernatmosphäre, der Lernerfolg und auch Methodenkompetenz Beurteilungskriterien.
Das wesentliche Moment für die Qualität von Schule ist der Unterricht. Was diesem dient, ist zu entwickeln und zu stärken. Die Qualität des Unterrichts ist daran zu bemessen, wie viel Kinder und Jugendliche nachweislich lernen.
Natürlich gelten an unserer Schule besondere Bedingungen, Bedingungen, die es aber den Schülern auch ermöglichen können effizienter zu lernen. Dies ist sicher unser gemeinsames Ziel.
Selbstverständlich möchten wir wissen, inwieweit wir dieses Ziel im Rahmen unserer Bedingungen erreichen. Dabei stehen für uns folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie gut schaffen es die Schüler sich in der Heimatschule wieder zu integrieren?
  • Hat der Schüler fachliche Probleme bei der Rückkehr in die Heimatschule?
  • Fühlten sich die Schüler bei uns über- oder unterfordert?
  • Hat der Schüler Fähigkeiten erworben, Fehlzeiten durch eigenständige Arbeit zu kompensieren?
  • Wie können wir den Unterricht und die Zusammenarbeit mit den Heimatschulen weiter entwickeln?

 

Unser Leitgedanke

Soviel Normalität und Anforderung wie möglich und soviel Hilfe, Zuwendung und Stabilisierung wie nötig. Hier immer die richtige Balance zu finden, bleibt uns Weg und Ziel zugleich. Schule soll für einmal anders erlebbar werden, ohne Leistungsdruck, ohne Notenangst aber mit grossen Lernchancen und viel persönlicher Zuwendung des Lehrers. So verstanden, sehen wir unsere Arbeit an der Klinikschule als große Chance, unseren Schülern auf Zeit neue Einsichten und Einstellungen zum gerade für das allergiekranke Kind doch so wichtigen Lebensbereich Schule und Ausbildung zu ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 09. Januar 2011 um 08:22 Uhr