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| Radio WDR4: Rat + Tat - Gesundheitstipp vom 30.06.2010 |
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Allergien ernst nehmen und behandeln Allergien sind in Deutschland eine Massenerkrankung. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 12 Mio. haben Heuschnupfen, 4 Mio. leiden an Asthma, 3 Millionen leiden unter Neurodermitis und immerhin noch knapp 2 Millionen reagieren auf Nahrungsmittel allergisch. Erkrankungen der Haut und Atemwege sind schwierig zu behandeln und selten kann eine Heilung erzielt werden, so dass sich viele mit ihrer Krankheit ein Leben lang arrangieren müssen. Neben Medikamenten, Salben und Sprays kann eine Klimatherapie im Hochgebirge sehr hilfreich sein. Beitrag: Achim Simon Redaktion: Detlef Rütten
Die Behandlung von allergisch bedingten Hautkrankheiten und Asthma ist vielfältig und leider auch sehr teuer. Eine hierzulande noch zu wenig bekannte und Kosten sparende Alternative ist eine Hochgebirgs-Klimatherapie im schweizerischen Davos. Bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte und Neurodermitis sowie Asthma hilft dieses Klima, schwere Krankheitsschübe deutlich zu vermindern. Verschiedene Faktoren tragen dazu bei, erläutert die medizinische Klimaforscherin Prof. Angela Schuh aus München: "Wir haben im Hochgebirge eine hohe Sonnenstrahlung - vor allem einen hohen UV-B-Anteil des Lichtes und dieser wiederum wird zur Behandlung der Psioriasis und auch der Neurodermitis sehr erfolgreich eingesetzt. Dann haben wir eine reduzierte Luftfeuchtigkeit und die bewirkt unter anderem, dass hier in mittleren Höhenlagen, wie z.B. Davos hier ist, die Hausstaubmilben nicht leben können und deren Exkremente sind sehr starke Allergene und so haben Hausstaubmilben-Allergiker hier eine völlig freie Zone und können durch Ausweichen vor dem Allergen ihr Krankheitsbild verbessern." Ein vier- bis sechswöchiger Aufenthalt in Davos bringt nachgewiesenermaßen sofort etwas und der Behandlungserfolg bleibt danach dauerhaft für etwa ein Jahr bestehen, betont der ärztliche Direktor der Hochgebirgsklinik Davos, Dr. Günter Menz. Dr. Günter Menz: "Wir wissen seit Jahren von unseren Patienten, dass sie sofort Effekte – von den Asthmatikern, dass sie eine sofortige Verbesserung ihrer Lungenfunktion, ihrer Belastungsfähigkeit; die Hautpatienten eine Besserung des Hautbildes – haben, und das sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern und Jugendlichen." Krankenkassen und Rentenversicherungsträger übernehmen die Kosten für diese Hochgebirgsklima-Therapie, wenn alle anderen Behandlungsversuche nicht erfolgreich sind. Allergiker können außerdem schon bald mit einer erheblich präziser wirkenden Immun-Therapie – der sogenannten spezifischen Hyposensibilisierung – rechnen, da auf molekular-biologischer Basis neue Tests entwickelt wurden, die nicht nur eine Reaktion auf das komplette Allergen – etwa einer Birkenpolle – zeigen, sondern auch auf einzelne Eiweiße der Birkenpolle, auf die der Allergiker reagiert. Nach Auffassung des Allergologen Günter Menz ein großer Fortschritt. Dr. Günter Menz: "Ich habe immer davon geträumt und jetzt kommt es so langsam an das Bett des Patienten oder in die Praxis: das ist die Fingerprint-Diagnose, also der Fingerabdruck des Allergikers. Nicht einfach, der hat jetzt eine Birkenpollenallergie oder eine Milbenallergie, sondern ich weiß, welche Komponenten davon von Bedeutung sind. Und das ist nicht nur ein Durchbruch in der Diagnose, sondern das ist auch ein Ansatz für eine ganz gezielte Therapie." Wichtig für den Erfolg jeder Behandlung bleiben aber nach Einschätzung der Experten drei Dinge: Die Betroffenen müssen von ihrem Umfeld ernst genommen werden, der Arzt muß die richtige Diagnose stellen und die Allergiker dürfen die Hoffnung auf Behandlungserfolge nie aufgeben. Dazu gehört auch eine gewisse Therapiedisziplin.
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| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 20. Juli 2010 um 11:05 Uhr |


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